Mittwoch, Juni 30, 2010

Road Trip Amerika (1)

Dieseb Sommer geht es wieder quer durch Amerika. Hier mal ein erster Bericht:

Am Samstag morgen packe ich gemütlich meine Sachen zusammen und bin doch schon früh zur Abfahrt bereit. Das Ziel dieser Reise ist an die Westküste zu gelangen und diverse Freunde zu besuchen. Der erst feste Termin ist der Donnerstag vor dem 4. Juli, wo ich in der Nähe von Sacramento sein muss.

Es bleiben mir also 6 Tage für die Fahrt in den Westen. In dieser Zeit will ich aber auch noch ein Ölwechsel am Auto machen. Die Fahrzeit bis zum Ziel beträgt vierzig Stunden, das müsste locker machbar sein. Los geht's. Von Hoboken zuerst zum Lincoln Tunnel, dann aber in Richtung Westen auf den Turnpike und weiter in Richtung Chicago. Im Norden von New Jersey gibt es viel Lokalverkehr von New York. Trotzdem das so Nahe bei der Stadt ist, erstaunt es mich immer wieder, wieviel Wald es hier gibt. Durch die Delaware Watergap geht es weiter durch Pennsylvania in Richtung Cleveland, Ohio.

Der Verkehr ist etwas weniger geworden, aber ich bin erstaunt über die LKW. Obschon ich selbst schon etwa zehn Meilen über der Höchstgeschwindigkeit fahre, werde ich auf der Überholspur dauernd auch noch von einem LKW bedrängt. Die Zugmaschinen haben riesige Motoren, obwohl das Gesamtgewicht der Sattelschlepper unter vierzig Tonnen ist, so dass sie ohne Probleme im normalen Verkehr mithalten können. Es kommt selten zu LKW Kolonnen in der rechten Spur und der gehassten Polonaise in der linken Spur wie ich das von Europa kenne.

Mittagessen in einem Restaurant bei einem Skiresort, glaube in der Nähe von Snowmass. Hackbraten zwischen zwei Scheiben Weissbrot, ungetostet, mit Kartoffelstock, das alles mit einer hellbraunen Bratensauce überzogen, dazu Apfelmuss.

Übernachten kurz vor Chicago in Portage. Ich überlege reichlich und komme zum Schluss, dass ich genügend Zeit habe um mir den Umweg über den Beartoothpass und den Yellowstone NP zu erlauben. Der Beartoothpass ist eine der höchsten befahrbaren Pässe der Welt. Es wäre mein dritter Anlauf zu dieser Übung mit guten Gelingchancen. Das erste Mal fuhr ich an Pfingsten von Colorado in Richtung Yellowstone, wo ich erst im Teton NP feststellte, das Südeingang um diese Jahreszeit noch geschlossen ist. Das zweite Mal im Oktober auf der Reise mit meiner Mutter schaffte ich es wenigstens den Park zu besuchen, aber die Passstrasse war schon geschlossen. Wir hatten schon auf einem weniger hohen Medicine Pass im Süden massiv mit Schnee und schlechtem Wetter zu kämpfen.

Am Sonntag geht es weiter in Richtung Westen. Viel Verkehr und Stau auf der 80. Kann mich nicht entscheiden gleich nach Chicago den Weg durch Winsconsin und North Dakota zu nehmen, was ich später bereue. Manchmal kommen 4WD Störungen auf der Anzeige des Autos. Ich hoffe, dass das nichts ernstes ist. Übernachten in White Lake, South Dakota.

Am Montag weiter auf der 90. Der Verkehr gibt ab, das erste Mal kommt Feriengefühl auf, das sich noch verstärkt nachdem ich den Ölwechsel in Rapid City beim Walmart gemacht hatte und mein Chevy den ganzen Tag keine einzige 4WD Störung meldete. Vielleicht muss ich nach dem Start einfach etwas warten bevor ich den Gang einlege oder der 4WD hat bei langen Autobahnfahrten einfach zu heiß gehabt. Auf der 90 ist es schon etwas kühler als auf der 80, auch wenn die Sonne hier auch gnadenlos runterbrennt. Übernachten in Red Lodge, Montana.

Am Dienstag über den Beartoothpass gefahren. Sehr schön hier. Im Yellowstonepark gibt es viele Baustellen und nochmehr Leute. Richtige Blechlawinen rollen duch die Gegend. Macht nicht richtig Spass so dass ich mich schnell in Richtung Süden verziehe. Übernachten im Süden von Idaho in Rupert.

Donnerstag, Juni 24, 2010

iPad - meine ersten Erfahrungen

Ja, ich habe ein iPad gekauft. Mich hat das Konzept des Gerätes fasziniert: ein Bildschirm zum Betrachten von Fotos und Dokumenten, der so leicht ist, dass es ohne Mühe über den Tisch gegeben werden kann. Faszinierend, wie das Bild für den Betrachter immer richtig steht, faszinierend wie schnell sich zoomen und blättern lässt. Auch das Aufstarten verblüfft, denn das gestochen scharfe Bild ist schneller da als der Bildschirm eines Laptops geöffnet ist.

iPad

Obwohl viele sagen, dass das Gerät als eBook-Reader nichts taugt weil es zu schwer ist, könnte das Konzept des iPads ein Erfolg werden und zwar als Wohnzimmercomputer neben dem Sofa.

Auch an der Arbeit könnte das iPad ein nützliches Gerät sein. Ich hätte endlich meine technischen Zeichnungen, Handbücher, Präsentationen, Tabellen und Schemas zur Hand ohne den Laptop mit mir rum zu tragen, den ich ev. am Ziel angekommen nicht einmal abstellen kann. Auf dem iPad wäre schnell etwas gezeigt oder die grossen Zeichnungen bis auf die kleinsten Details aufgezoomt. Der Traum scheitert aber im Moment noch an der fehlenden Möglichkeit eine vernünftige Verzeichnissstruktur aufzubauen.

Auspacken, Einschalten, Geht
Mein iPad habe ich per Mailorder von Apple bestellt. Die Versuche das Gerät in einem Store zu kaufen schlugen fehl. An der 5th Avenue hatte es zu viele Leute, in einem anderen Store war es ausverkauft. Das Konzept der Apple Stores habe ich sowieso nicht verstanden. Es wirkt für mich unübersichtlich und ich kann nicht in Ruhe etwas anschauen ohne von einem Berater belästigt zu werden.


Das iPad kam direkt aus China zu mir. Die Sendung wurde in Shenzhen aufgegeben und kam über Hong Kong und Anchorage an die Ostküste der USA. Ausgepackt und losgelegt. Als PC-gewohnter Nicht-iPhone-Besitzer kämpfe ich mit der Bedienung. Der beigelegte Zettel sagt nur "Einschalten und mit iTunes verbinden". Intuitiv finde ich mich zwar ganz schnell zu recht, aber ich habe das Gefühl, dass ich noch nicht alles entdeckt habe.

Es dauert lange, bis ich finde, wie sich die automatische Rechtschreibehilfe ausschalten lässt. Eine Bedienungsanleitung zum Gerät gibt es nicht, die Online-Hilfe ist eher ein Werbeveranstaltung.  Irgendwann habe ich mich daran gewöhnt, dass bei der Suche mit Safari die Eingabezeile von Hand gelöscht werden muss. Andere Sachen sind immer noch ungelöst. Ich weiss zum Beispiel nicht, wie ich gezielt Fotos auf das Gerät übertrage ohne jedesmal den ganzen Inhalt zu Synchronisieren. Weiter fehlt mir die Datenstruktur mit Ordern für meine pdf Dateien. Auch das Verständnis für das Zusammenspiel von AppStore, iTunes und iPod hat mir am Anfang gefehlt und im iTunes stolpere ich immer noch durch die unübersichtliche Gegend. Ich habe mir die Welt der angebissenen Äpfel einfacher vorgestellt.

iPad

Fingerabdrücke
Oben ist eine Nahaufnahme meiner Fingerabdrücke auf dem iPad. Die Nahaufnahme habe ich gleichzeitig mit dem Bild oben gemacht. Ich sehe die Fingerabdrücke nur wenn das Gerät ausgeschaltet ist, aber dann schaue ich es meist gar nicht an. Die Fingerabdrücke stören wahrscheinlich nur die Saubermänner oder Gadget-Freaks, die das iPad im ausgeschalteten Zustand als Wohnzimmerdekorationsobjekt nutzen wollen. Ich sehe darin einen Gebrauchsgegenstand und der darf Fingerabdrücke haben.

Schreiben
Schreiben auf dem iPad geht gut solange nicht mehr als 300 Zeichen geschrieben werden wollen. Bei längeren Texten habe ich die Geduld nicht. Mich ärgern die aufgestauten Gedanken, welche raus wollen aber nur langsam mit zwei Fingern geschrieben werden können. Für einen Kommentar im Blog oder Forum genügt das iPad, sonst geht es mit zehn Fingern am Laptop schneller. Cool ist, dass ich am iPad im stehen mit einer Hand schreiben kann ohne mich mit der Handytastatur abzuquälen. Am Handy breche ich mir noch heute die Finger.

Kein Flash
Schade dass sich die Apple-Leute gegen Flash gewehrt haben. Obwohl Flash in 9 von 10 Fällen zu unrecht angewendet wird und meist nur sinnlose Werbung streut, geht Surfen ohne Flash heute praktisch nicht mehr. Viele Video File können nicht abgespielt werden und ich quäle mich mit diversen Workarounds. Wirklich schade.

Kein PDF?
Mit den vorinstallierten Sachen kann man keine PDF-Dateien lesen, also habe ich GoodReader angeschafft. Zuerst die falsche Version erwischt - diejenige fürs iPhone, denn iTunes scheint zu doof zu sein, um mich davor zu warnen, dass ich gar nicht das passende Gerät dazu habe. Die iPad Version ist aber super.

Neuerdings kann auch iBooks PDF-Dateien lesen, die Funktion scheint aber recht lieblos implementiert worden zu sein und steht in manchem dem GoodReader nach. Im besonderen ist die Navigation im Dokument schlechter.

Kein Laptop, kein Telefon
Zugegeben, das iPad sieht gut aus. Im Gegensatz zu einem herumstehenden Laptop tritt es in der Wohnlandschaft nicht als elektronisches Gerät auf. Es ist zum Glück auch kein Telefon, denn dann würde sich wieder die ganze Bedienung des Gerätes auf das Telefonieren ausrichten und eine lokale SIM Karte wäre nötig - mühsam für Leute, die zwischen mehreren Ländern unterwegs sind. In Amerika scheint übriges kein Gerät zu gross zu sein um es sich ans Ohr zu halten - die Blachberries und PDAs sind sicher noch zu toppen. Mich nimmt ehrlich wunder, wer sich den ersten 20'-Container ans Ohr hält ...

Schluss
Das Gerät ist besser als die Kritiken vermuten lassen, an die Apple Welt und ihre Philosophien muss ich mich aber zuerst gewöhnen.

Sonntag, Juni 20, 2010

60 Klavier für New York

Für zwei Wochen stehen 60 Klaviere auf öffentlichen Plätzen in New York - 29 davon in Manhattan. Wer will darf darauf spielen. Ein "Klavierwart" schliesst das Instrument um 9 Uhr auf und deckt es mit einer Plane zu wenn es regnen sollte.

Die Aktion ist vom britischen Künstler Luke Jerram und heisst "Play me, I'm yours". Karten der Standorte sind unter dem Link zu finden.

Hier einige Youtube Beiträge von anderen Städten, denn die Aktion war schon in London, Sydney und Sao Paulo unterwegs.





Play me, I'm yours
Am Sonntag war das Klavier an der Gansevoort Plaza noch verschlossen.

Brandalarm

Ausgerechnet wo ich über das verehrende Feuer lese, das vor mehr als hundert Jahren die Dockanlagen von Hoboken zerstörte, geht ein Brandalarm in unserer Überbauung los. Obwohl ich nicht daran Denke dass da tatsächlich ein Feuer ist, gehe ich nach draussen und geniesse ein Teller Penne Wodka beim Italiener um die Ecke.

Am 30. Juni 1900 zerstörte ein Grossbrand die Anleger der Norddeutschen Lloyd in Hoboken. Neben den Lagerhallen finge auch fünf Ozeandampfer Feuer. Viele Leute wurden unter Deck eingeschlossen und fanden den Tod. Die Überbauung, wo ich drin wohne, steht auf dem Gelände der ehemaligen Dockanlagen. Die Stockwerke 4 und 5 sind dafür bekannt, dass immer wieder einmal ein Feueralarm ausgelöst wird, meist durch die Leute, die auf der Terrasse grillieren. Bis ich unten angekommen war und einmal ums Gebäude gegangen bin, waren schon die Strassen abgesperrt, sowie das Feuerwehrauto 5 und weiteres Gerät vor dem Hautpeingang. Als ich vom Essen zurückkam fuhr gerade der letzte Polizist davon, der zuvor gerade noch einem Lieferwagen in zweifelhaftem Zustand eine Parkbusse aufgebrummt hatte.




Hoboken Fire Department, originally uploaded by tom_hoboken.



Donnerstag, Juni 17, 2010

Schweiz - Spanien 1:0

Unser Spanier war schon ein bisschen betrübt, dass der EM Sieger ausgerechnet gegen die Schweiz verliert, die in der EM so früh ausgeschieden war. Ok, die meisten stellen sich vielleicht ein Schweizer nicht so vor:

Gelson Fernandes, der das 1:0 geschossen hat, kommt von den Kapverdischen Inseln und wanderte mit 5 zusammen mit der Mutter in die Schweiz ein. Seine Fussballausbildung genoss er bei Sion im Wallis.

Schauen wir uns die erste Sensation der WM nochmals an: das Wunder von Durban !


Hoffentlich geht die Schweiz gegen Chile nicht unter.

Mittwoch, Juni 09, 2010

New Jersey Turnpike & Garden State Parkway - die Lebensader von New Jersey

Der New Jersey Turnpike ist die Hauptverkehrsader des Bundesstaates New Jersey. Die Mautstraße wurde Anfangs der 50er Jahren in nur 23 Monaten gebaut und ist heute eine der meist befahrenen Strassen in den USA. Der Turnpike gilt als Muster für alle weiteren Autobahnen in Amerika, die schlussendlich auch die Bauwerke in Europa beeinflussten.

Der Turnpike ist beinahe 200 km lang, wovon 50 km auf 14 Spuren ausgebaut sind. Die 7 Spuren in einer Richtung teilen sich in 3 innere Spuren, die wo nur PKWs fahren dürfen und 4 äussere Spuren, wo alle fahren dürfen. Wie auf den Bild unten zu erkennen ist in der Mitte meist mehr los als auf den äußeren Spuren, deshalb fahren Turnpike-Kenner auf den Car, Trucks & Busses Spuren.  


Auch die Rastplätze müssen an das doppelte Straßensystem angeschlossen sein, was mit Überwerfungen gemacht ist:

Hier noch eine Übersichtskarte, wo der Turnpike entlang führt:

Die zweite grosse Mautstrasse in New Jersey ist der Garden State Parkway, der die Gebiete entlang der Küste erschliesst. Bei dieser Strasse muss für jeden befahrenen Abschnitt der Zoll in Münzen bezahlt werden, während beim Turnpike bei der Einfahrt eine Mautkarte gezogen wird, anhand deren bei der Ausfahrt die Strassenbenutzungsgebühr entrichtet wird.

Die Sprache ist übrigens nicht logisch: In New Jersey parkt man auf dem Driveway und fährt auf dem Parkway ;-)

Dienstag, Juni 08, 2010

Die Bergung der A320 aus dem Hudson

Das im Januar 2009 auf dem Hudson gelandete Flugzeug war gar nicht so einfach zu bergen, wobei vor allem Treibeis die Arbeiten nicht erleichterten.


Posted on Kontain.com - [Flight 1549] from David Martin on Vimeo.

Wie das Öl die Badestrände der USA heimsucht



.. ist so eine Art Schuss in den eigenen Fuss.

Donnerstag, Juni 03, 2010

Was hat eine A380 mit einem Kreuzfahrtschiff gemeinsam ?

Beides lässt sich mit der geeigneten Internetanwendung in Echtzeit verfolgen:

Das Bild unten zeigt die A380 der Singapur Airlines auf dem Weg nach Paris in Reiseflughöhe mit Kurs auf Winterthur. Es stammt aus einer neuen Google Earth Anwendung, die vom Tech Winterthur bereitgestellt wird und hier runtergeladen werden kann. Sie zeigt die Bewegungen der meisten Verkehrsflugzeuge rund um den Flughafen Zürich in Echtzeit. Siehe auch den Beitrag in 20 Minuten.



Das zweite Bild zeigt das Japanische Kreuzfahrtschiff Asuka 2 auf dem Weg nach New York. Es stammt von der Seite MarineTraffic.com, wo das Echtzeittracking von Schiffen verfügbar ist.





Vielleicht fragt ihr euch jetzt, weshalb es diese Anwendungen gibt. Ich würde sie mal in der Kategorie Infotainment einfügen. Ich weiss jetzt nämlich, welche Flieger mich zu Hause in der Schweiz aus dem Bett holen: die Edelweiss Air nach Kos Abflug 06:20 und die Air Berlin nach Düsseldorf Abflug 06:40. Zu fest reklamieren darf ich nicht, da ich die Maschine nach Düsseldorf auch schon mehrere Male benutzt habe.

Die Anwendung mit den Schiffen ist für mein zweites Zuhause in New York. Wenn alles richtig läuft findet ihr morgen ein Bild der Asuka 2 in meinem Flick Konto, denn die Kreuzfahrtschiffe auf dem Weg nach Manhattan passieren die manuell betriebene Fotofalle auf meinem Balkon.

Update 3 Juni 2010:
Hier ist das Bild aus der Fotofalle:
Asuka 2
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