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Sonntag, Juni 12, 2011

Fliegen mit Sonne

Eigentlich ist das Projekt Solar Impulse verrückt: ein Flugzeug, das beinahe die Spannweite eines Jumbos hat, aber nur 1,6 Tonnen wiegt und einzig mit dem Strom der Solarpanels auf den Tragflächen fliegt soll einen Piloten rund um die Welt bringen. Ich glaube nicht an ein Fliegen mit Sonne in der Zukunft, aber trotzdem erntet das Projekt immer wieder grossen Zuspruch in den Medien.

Eigentlich hätte das erste Flugzeug an der Eröffnung der Flugschau in Le Bourget teilnehmen sollen, doch die Reise von Brüssel nach Paris gelang nicht. Das Wetter war zu schlecht und das Fahrwerk liess sich nach dem Start nicht einziehen, weshalb die Solar Impulse zurück nach Brüssel umkehren musste. SF DRS

Das Flugzeug hätte eigentlich seinen eigene Internetseite und sein eigenes Blogg, aber das ist zur Zeit alles nicht erreichbar.

Modell der Solar Impulse

Samstag, Dezember 18, 2010

Qantas A380 Triebwerke (8)

Nach den neusten Erkenntnissen von Rolls Royce dürfen die Trent 972 Triebwerke nur 75 Mal unter Vollast eingesetzt werden, bevor sie einer Revision unterzogen werden müssen. Da Qantas aber auf die zusätzliche Leistung der Triebwerke für die Flüge Los Angeles - Sydney angewiesen ist, bereitet die Fluggesellschaft eine Klage gegen Rolls Royce vor. Spiegel

Hier noch ein Bild des Innenlebens des Trent 972 Treibwerkes, das beim Zwischenfall von Singapur versagt hat. Wahrscheinlich überhitze sich in Folge des Ölbrandes die Welle der Mitteldruckturbine. Dies führte dazu, dass die Turbinenscheibe ("IP Turbine" im Bild) auf Überdrehzahl kam und barst.





  

Donnerstag, Dezember 02, 2010

Qantas A380 Triebwerke (7)

Der Triebwerksschaden des Qantas Flug QF32 Singapur - Sydney scheint halbwegs geklärt zu sein. Auf den Seiten des Australischen Büros für Transportsicherheit ist die Sicherheitsempfehlung AO-2010-089-SR-012 veröffentlicht worden, welche auf eine mangelhaft gefertigte Rohrleitung im Rolls Royce Triebwerk hinweist.   Sie diente der Zuführung von Schmieröl zum Lager zwischen Hoch- und Mitteldruckturbine.

Die Ansenkung eines Rohrstutzen mit zirka 15 mm Durchmesser wurde nicht mittig vorgenommen, so dass die Wandstärke des Teils zu dünn wurde und durch einen Ermüdungsbruch versagte. Das an der Stelle austretende Öl entzündete sich und führte zu einer Überhitzung der Mitteldruckturbinenscheibe.

Leider ist die Qualitätssicherung der einstmals renommierten Rolls Royce nicht mehr in der Lage dafür zu sorgen, dass ein solch offensichtlich mangelhaftes Werkstück nicht in ein Triebwerk eingebaut wird sondern auf den Schrott wandert.


Bild des Schmierleitungsstutzen, der versagt hat. Die nicht zentrische
 Senkung ist sichtbar, welche zum Versagen des Teils führte

Sonntag, November 28, 2010

Grosse Flugzeuge: die Spruce Goose

Im Zusammenhang mit der A380, die das grösste Verkehrsflugzeug bezüglich des Fassungsvermögens ist, kommt immer auch die Frage auf, was es dann noch für andere grosse Flugzeuge gibt.

Die Wikipedia Grafik gefällt mir dabei besonders gut:


Die grösste Spannweite hat die Spruce Goose, zu Deutsch "Fichten Gans". Beinahe hundert Meter misst das Flugzeug von Flügelspitze zu Flügelspitze. Erfolg hatte es nicht, denn es flog nur gerade einmal und ist seither eine Touristenattraktion - zuerst in Long Beach, Kalifornien bei der Queen Marry, dann im Evergreen Aviation and Space Museum in der Nähe von Portland, Oregon.

Das grosse Transportflugzeug sollte im Zweiten Weltkrieg ungehindert von Deutschen U-Booten den Nachschub von Kriegsmaterial nach Europa sichern. Gleichzeitig wurde aber gefordert, dass keine kriegswichtigen Materialien für die Konstruktion verwendet wurde. Es kam deshalb nur Holz als Baumaterial in Frage.

Die Idee für das Flugboot kam von Henry J Kaiser, dem Eigner der Werft, welche die immer wieder von den deutschen U-Booten versenkten Liberty-Frachter baute. Er holte sich für das Projekt den Flugzeugingenieur
Howard Hughes.  Das Flugzeug sollte nach den Initialen der Familiennamen HK-1 Hercules heissen, nachdem Kaiser aus dem Projekt ausgestiegen war wurde es als viertes Projekt von Hughes mit H-4 bezeichnet.
Das für die damalige Zeit riesige Flugboot war aber erst nach dem Zweiten Weltkrieg fertig gebaut und hatte damit keine Auswirkungen mehr auf das Kriegsgeschehen. Dem Projekt wurde vom Senat der Geldhahn zugedreht, was auch nicht verhindert werden konnte durch den versuchten Beweis der Flugtauglichkeit, denn die Spruce Goose hob während Taxi-Versuchen auf dem Wasser am 2. November 1947 für eine Meile ca. 20 Meter vom Wasser ab. Experten zweifeln die Flugleistungen der Spruce Goose an, da bei der geringen Höhe der Bodeneffekt noch wirksam ist.

Spruce Goose auf ihrem ersten und einzigen Flug im Hafen von Long Beach, CA.




Das Flugzeug wurde in einem eigens dafür gebauten klimatisierten Hangar eingemottet und über Jahre gepflegt, bis Hughes 1976 verstarb und das Flugboot vom California Areo Club übernommen wurde, der es  in einem eigens dafür errichteten Kuppelbau ausstellte. Das Museum wurde nach dem Tod der Betreiber 1988 von Disney übernommen, der neue Besitzer gab aber nach nur zwei Jahren wegen fehlender Rendite auf.

Spruce Goose auf dem Weg vom Hangar, wo sie jahrelang eingemottet
war zum eigens für sie errichteten Kuppelbau neben der Queen Marry. (Okotber, 1980)

Nach langer Suche konnte ein neuer Ausstellungsort gefunden werden: das Evergreen Air and Space Museum in Oregon. In einer spektakulären Aktion wurde das Rundgebäude in Long Beach CA aufgeschnitten, das Flugboot an das Tageslicht geholt, in seine grossen Einzelteile zerlegt und auf dem Wasserweg nach Portland gebracht.

Spruce Goose and Tin Goose
Die Spruce Goose an ihrem neuen Ausstellungsort in Oregon.

Samstag, November 27, 2010

Qantas A380 Triebwerke (6)

Die Triebwerkgeschichte scheint langsam an Medieninteresse zu verlieren. Qantas fliegt heute Samstag wieder mit zwei Maschinen auf der Route Sydney - Singapur - London wieder fliegen. Die Destination Los Angeles wird vorläufig noch nicht angeboten. Auf dieser Strecke benötigen nämlich die A380 von Qantas den Extraschub der Trent 972 Triebwerke, weil das Flugzeug beim Start wegen dem vielen Treibstoff sehr schwer ist.

Der Imageschaden für Airbus scheint sich halbwegs in Grenzen zu halten, zumal Boeing mit dem Brand auf einem Dreamliner auch nicht besser dasteht. Airbus rechnet weiterhin damit dass im gesamten 700 bis 800 A380-Flieger gebaut werden - zum Vergleich: bis heute wurden über 1'400 Jumbos gebaut.

Unterdessen hat auch die erste A380 für Korean Air ihren Jungfernflug absolviert. Ihre Auslieferung ist für 2011 geplant. Korean Air hat 10 Stück bestellt. Nächstes Jahr wird auch China Southern Airlines ihren ersten A380 erhalten.

Korean Air A380 - Jungfernflug in Toulouse am 16. Nov 2010



Air France A380
Air France will ab 6 Juni 2011 auch Washington mit einer A380 anfliegen. Bis jetzt werden von Paris aus New York, Johannesburg, Tokio und Montreal mit einer A380 bedient. Magazine du Tourisme


übrigens:
Schon mal aufgefallen, wie viele Journalisten nicht wissen, wie man Qantas schreibt?
Qantas steht für Queensland and Northern Territory Aerial Services und hat demzufolge kein u nach dem Q. Bei Google News sind beinahe ein Fünftel der Beiträge falsch geschrieben.




Montag, November 22, 2010

Qantas A380 Triebwerke (5)

Erstaunlicherweise hat in der deutschen Presse ein Focus Artikel gute Resonanz gefunden. Sein Titel heisst "Am Rande der Katstrophe". Aus meiner Sicht ist dieser Artikel nicht seriös geschrieben und gehörte eigentlich auf Grund von schlechter Qualität und Panikmache vom Netz genommen, zumal die Focus Redaktion meine Kritik in den Kommentaren weg zensuriert hat.

Der Artikel versucht die Airbus Kundenmitteilung QF 32 AIT 3 vom 17. November zu übersetzen, die besser bei FlightBlogger im Originaltext nachgelesen wird. Der Journalist hat den Text aber teilweise nicht verstanden und versucht an diesen Stellen mit einer Wort-für-Wort-Übersetzung, die bei einem Techniker lustig sein mag, aber von einem normalen Leser sicher nicht verstanden wird.
Auslöser des „Ereignisses“ seien „drei verschiedene Hoch-Energie-Fragmente“, die die defekte Rolls-Royce-Turbine freigesetzt habe, schrieb Malinge FOCUS zufolge. „Sie verursachten einige Schäden an Strukturen und Systemen. Daher musste die Crew eine dynamische Situation managen.“ (Focus)

Zum Vergleich der Originaltext von Airbus:
One single high energy fragment is considered from a certification requirement viewpoint. The damage assessment has established that the IPT disk released 3 different high energy fragments, resulting in some structural and systems damage, with associated ECAM warnings. Therefore the crew had to manage a dynamic situation. (Airbus)

Die Focus-Übersetzung schweigt sich darüber aus, dass in den Zulassungsanforderungen bloss von einem wegfliegendes Trümmerteil ausgegangen wird. Weiter scheiterte sie vollständig am Begriff IPT Disk, was die Mitteldruckturbinenscheibe darstellt, die sich beim Zwischenfall in drei Teile zerlegt hat.

Weiter schweigt sich Focus auch darüber aus, was denn der Rand der Katastrophe gewesen wäre.

Hier nochmals das Bild eines der Hoch-Energie-Fragmente.
Mehr darüber habe ich hier geschrieben.

Donnerstag, November 18, 2010

Qantas A380 Triebwerke (4)

Hier nochmals etwas mehr technisch den Zustand der A380 vom Flug QF32 bei der Landung in Singapur. Dieser Post soll nicht dem letzten widersprechen aber die Ursachen der Vorfälle etwas bündeln.

Auf dem Bild unten sind die Schäden nochmals aufgeführt:


Der Ausfall der Steuerung von Triebwerk #1 führt dazu, dass dieses mit erhöhter Leerlaufdrehzahl weiter läuft. Diesen Zustand nimmt das Triebwerk an, wenn keine Steuersignale aus dem Cockpit mehr ankommen. Von der geborstenen Mitteldruck-Turbinenscheibe von Triebwerk #2 hatten die über verschiedene Wege verlaufenden redundanten Steuerleitungen zum Triebwerk #1 zertrennt. Weil das Triebwerk nach der Landung auch nicht mehr abgeschaltet werden konnte, musste es von der Feuerwehr mit Wasser erstickt werden.

Nach der Landung muss die Feuerwehr
mit Wasser das Triebwerk #1 ersticken
weil die Steuerung vom Cockpit unterbrochen ist und
das Triebwerk nicht mehr abgeschaltet werden kann.
Zwar sind zwei Treibstofftanks in der linken Tragfläche leck geschlagen, aber der Rest des Triebstoffes in der linken Tragfläche lässt sich auch nicht mehr ablassen oder umpumpen. Das Flugzeug fliegt ca. eine Stunde in Kreisen um weiteres Kerosin los zu werden. Vor dem Landeanflug sind immer noch 80 t im Flieger, was etwas ein Drittel der gesamten möglichen Treibstoffmenge ist. Der Flieger ist somit für eine normale Landung zu schwer ist.



Der Trimmtank kann vor der Landung nicht geleert werden weil die hintere Kraftstoffleitung versagt hat. An der linken Tragfläche funktioniert nur noch die Hälfte des Vorflügel und der Landeklappen. Die A380 kann somit für die Landung nicht den üblichen Anstellwinkel annehmen und muss mit einer erhöhten Geschwindigkeit gelandet werden.


Kraftstoffsystem der A380. Die ausgefallenen Teile sind rot bezeichnet.



Weil an der linken Tragfläche ein Triebwerk ausgefallen ist und das andere keine Steuerbefehle mehr annimmt, kann bei der Landung nur die Schubumkehr von einem Triebwerk an der rechten Tragfläche genutzt werden. Das Fahrwerk unter der linken Tragfläche ist teilweise defekt. Es muss von Hand ausgefahren. Die Fahrwerke unter den Flügeln habe keine ABS Funktion mehr, nur bei den Fahrwerken unter dem Rumpf ist sie noch verfügbar. Weiter funktionieren die Bremsklappen an der linken Tragfläche nur noch zur Hälfte. Dies alles führt zu einer verminderten Bremsleistung auf der Landebahn.


Eines der beiden Hydrauliksysteme ist ebenfalls vollständig ausgefallen. Die A380 würde aber auch beim Ausfall aller Hydrauliksysteme weiter fliegen, weil die Steuerflächen auch über elektrische Antriebe verfügen.

Das grüne Hydrauliksystem war ausgefallen. Das redundante gelbe
System und die elektrische Steuerung blieben funktionsfähig.
Steuerflächen der A380. Neben den beiden hyraulischen Systemen können
die Steuerflächen auch elektrisch angesteuert werden, so dass das Flugzeug
auch beim Aufall beider hydraulischen Systemen steuerbar bleibt.

Die Schäden an den Steuerflächen führten dazu, dass die Steuerung des Flugzeuges um die Längsachse (Roll-Control) in der Alternate Mode wechselte. Diese Betriebsart nimmt das Flugzeug automatisch an, wenn die im Normalbetrieb eingesetzten Systeme nicht mehr verfügbar sind. Die Steuerung um die Querachse und die Vertikalachse waren zu jeder Zeit voll funktionsfähig. Ebenso funktionierte der Autopilot normal, der erst kurz vor der Landung von der Crew bewusst ausgeschaltet wurde.


Steuerachsen eines Flugzeugs. Bei der schadhaften A380 funktionierte die Steuerung
um die Quer- und Vertikalachse normal, nur die Längsachse war im Alternate Mode.  

Der Ausfall von Triebwerk #2 führte auch dazu dass dessen Generator nicht mehr verfügbar war - kein echtes Problemen. Die Cockpitbesatzung war aber sehr besorgt über die fälschlicherweise abgesetzte Meldung, dass demnächst die RAT ausgefahren würde, denn dies hätte den totalen Zusammenbruch der elektrischen Energieversorgung an Bord bedeutet.

Der Ausfall eines Generators bedeutete kein grosses Problem. Die Besatzung war
 aber besorgt über die Meldung, das demnächst die RAT ausgefahren würde. 

RAT steht für Ram Air Turbine, was auf deutsch Staudruckturbine heisst. Dieses System wird nur im äussersten Notfall eingesetzt, wenn weder die Generatoren in den Triebwerken noch die beiden Hilfsturbinen (APUs) zur Verfügung stehen. Die RAT besteht aus einem kleinen Generator, der von einem Propeller angetrieben wird, der bei Bedarf aus der linken Tragfläche nach unten ausgeklappt wird. 

Ausgefahrene RAT an einem Verkehrsflugzeug

Alles zusammen führt dazu dass eine Landung mit einem sehr schweren Flugzeug, bei einer sehr hohen Geschwindigkeit ausgeführt werden musste. Der Airbus kommt 150 m vor dem Pistenende zum stehen. Diese Position wurde aber von der Cockpitbesatzung bewusst angefahren weil sich dort bereits die Feuerwehr aufgebaut hatte. 

Als Glück im Unglück ist zu Werten, dass ausgerechnet bei diesem Flug 5 Piloten an Bord waren - die drei üblichen Piloten und zwei zusätzliche Piloten. Einer führte die jährliche Überprüfung eines Piloten durch, während der zweite die Arbeit des Prüfers überwachte. Nach dem Vorfall übernahm das zusätzliche Personal die Auswertung der vielen im Cockpit eintreffenden Warnungen und die Information der Passagier.

Alles in allem hat die Cockpitbesatzung unter den widerlichen Umständen eine sehr gute Leistung erbracht, was aber nur möglich war unter der Berücksichtigung, dass auch die technischen Systeme die Situation beherrschten.

Montag, November 15, 2010

Qantas A380 Triebwerke (3)

In diesem Beitrag will ich darstellen, was den an der Qantas A380 durch das versagende Triebwerk Nr. 2 alles zerstört wurde - eigentlich doch eine technische Leistung, dass dieses Flugzeug noch heil landen konnte. Die Information stammen von Herald Sun.


  1. Ein Loch im linken mittleren Treibstofftank
  2. Ein Loch im linken inneren Treibstofftank
  3. Ein Loch in der Verkleidung der Landeklappenführung
  4. Die hintere Kraftstoffleitung versagte, das Kerosin konnte nur noch beschränkt umgepumpt werden
  5. Kerosin konnte nicht wie gewünscht abgelassen werden
  6. Loch in der Flügeloberseite
  7. Teilweiser Ausfall des Vorflügels
  8. Teilweiser Ausfall von Luftbremsen / Störklappen
  9. Splitter des Triebwerks zerstören die Klappen
  10. Vollständiger Ausfall eines der beiden Hydrauliksysteme des Flugzeuges
  11. Das Fahrwerk musste manuell ausgefahren werden
  12. Ausfall eines Generators und der dazugehörigen Systeme
  13. Ausfall des ABS Systems für die Fahrwerke unter den Flügeln
  14. Triebwerk Nr. 1 liess sich nicht mehr ausschalten
  15. Feuerlöscher des Treibwerk Nr. 1 liess sich nicht mehr aktivieren
  16. Das Überwachungssystem des Flugzeuges meldet eine ungleichmäßige Treibstoffverteilung. Sie lässt sich nicht durch die Versorgung der linken Triebwerke aus dem rechten Flügel ausgleichen.
  17. Der im Trimmtank eingeschlossene Treibstoff sorgt für eine ungünstige Schwerpunktlage für die Landung
  18. Trümmer durchschlagen den linken vorderen Flügelholm  

Sonntag, November 14, 2010

Qantas A380 Triebwerke (2)

Nachdem ich im letzten Post über das defekte Triebwerk des Qantas Fliegers vom Thema abgekommen bin, möchte ich hier noch einige Details zum Vorfall auf dem QF 32 Flug von Singapur nach Sydney schreiben. Seltsamerweise scheinen sich die Journalisten nicht für das zu Interessieren, was mich interessiert:


Weshalb fliegen die einen A380 und die anderen nicht?

Das defekte Triebwerk des Qantas Fliegers ist ein Trent 972, Lufthansa und Singapur Airlines verwenden Trent 970 Triebwerke. Der Unterschied zwischen den beiden Bauarten ist nur die Software der Triebwerkssteuerung, welche beim Trent 972 eine höhere Leistung zulässt. Qantas braucht die höhere Leistung um die Direktverbindungen von Australien nach LA anzubieten, wo der viele Treibstoff mehr Schub beim Start verlangt.

Die Konstruktion der Trent 970/972 Triebwerke wurde ca. im Frühjahr 2010 geringfügig geändert. Lufthansa und Singapur Airlines haben bereits die neuere Ausführung, wo das bei Qantas gefundene Ölleck nicht mehr auftreten kann.

Die A380 von Air France und Emirates sind nicht betroffen weil ihre Triebwerke von einem anderen Hersteller stammen. Die Motoren sind von Engine Alliance - eine gemeinsame Entwicklung von General Electric und Pratt & Whitney. Sie heissten GP7200.



Welches Teil des Triebwerks versagte?
Das geborstene Teil des Triebwerks ist unten abgebildet. Es handelt sich um die sogenannte Turbinenscheibe der Mitteldruckturbine, welche sich in drei Stücke zerlegte wovon zwei den Flügel der A380 beschädigten.

Die Trent-Treibwerke bestehen aus drei Turbinen, deren Wellen ineinander liegen. Das geborstene Teil trug die Schaufeln der mittleren Druckstufe. Der Defekt wurde wahrscheinlich durch ein undichtes Lager ausgelöst, das zu einem Feuer im Spalt zwischen der Hoch- und Mitteldruckstufe geführt hat.

Es gibt auch Vermutungen, dass die Entlüftung des Lagergehäuses von Kohlenstoffrückständen aus dem Schmierstoff zugesetzt wurde und der Brand durch eine Überhitzung des Lagers ausgelöst wurde.

Geborstene IP Turbinenscheibe des Trent 972 (Quelle: Australien Transport Safety Bureau)


Qantas A380 Triebwerke

Dieses technische Thema ist für Journalisten wieder einmal sehr schwierig, denn es gilt ein wahres Netz von Fallstricken im Zusammenhang mit dem Zwischenfall auf dem Qantas Flug QF32 Singapur - Sydney zu meistern:

Ein Ölverlust im Rolls-Royce Triebwerk einer Qantas A380 führte zu einem Feuer, das die Turbinenscheibe so stark erhitzen, dass sie den mechanischen Belastungen nicht mehr standhielt und barst. Ein solchen Zwischenfall ist für den Journalisten eine "Explosion" - tönt spannend, wie in einem Hollywoodfilm, ist aber zum Glück falsch! Eine Explosion ist ein Vorgang, bei dem Temperatur oder Druck in kurzer Zeit sehr schnell ansteigt un zu einer plötzlichen Volumenausdehnung von Gasen führt. Dies ist aber beim A380 Triebwerk nicht der Fall gewesen, obwohl Google News in der Presse beinahe dreitausend Treffer findet.



So sieht das Trent 900 Triebwerk aus, das beim A380 versagt hat. Wie bei allen modernen Mantelstromtriebwerken fliesst nur ein kleiner Teil der verarbeiteten Luft durch die Gasturbine selbst. Der grösste Teil des Volumenstroms wird vom beinahe drei Meter messenden Turbofan (dt. Gebläserad) an der Turbine vorbei geschleust - beim Trent 900 sind dies beinahe 90%. Der sehr schnelle Abgasstrahl der Turbine wird dadurch  weniger schnell mit der Umgebungsluft verwirbelt, weil er von dem langsamer fliessenden Luftstrom des Turbofans umhüllt ist. Neben dem, dass solche Triebwerke effizienter sind, machen sie auch wesentlich weniger Lärm.    

Welcher Fortschritt in der Bekämpfung von Fluglärm und Spritverbrauch mit modernen Flugzeugtriebwerken möglich ist, zeigt am besten diese Grafik. Gelb umrandet ist der Bereich um die Startbahn, bei welcher Lärm > 85 dB auftritt. Links ist der Lärmteppich einer Boeing 747-200 zu sehen, rechts einer Airbus A340-600. Der Jumbo aus den 70er Jahren ist deutlich lauter als die A340 der 90er Jahre, welche überdies auch noch ein Fünftel weniger Sprit verbrennt. Die A380 hat ungefähr den gleichen Lärmteppich wie die A340 obwohl ihr Abfluggewicht anderthalb Mal so gross ist.

Dienstag, Juni 08, 2010

Die Bergung der A320 aus dem Hudson

Das im Januar 2009 auf dem Hudson gelandete Flugzeug war gar nicht so einfach zu bergen, wobei vor allem Treibeis die Arbeiten nicht erleichterten.


Posted on Kontain.com - [Flight 1549] from David Martin on Vimeo.

Donnerstag, Juni 03, 2010

Was hat eine A380 mit einem Kreuzfahrtschiff gemeinsam ?

Beides lässt sich mit der geeigneten Internetanwendung in Echtzeit verfolgen:

Das Bild unten zeigt die A380 der Singapur Airlines auf dem Weg nach Paris in Reiseflughöhe mit Kurs auf Winterthur. Es stammt aus einer neuen Google Earth Anwendung, die vom Tech Winterthur bereitgestellt wird und hier runtergeladen werden kann. Sie zeigt die Bewegungen der meisten Verkehrsflugzeuge rund um den Flughafen Zürich in Echtzeit. Siehe auch den Beitrag in 20 Minuten.



Das zweite Bild zeigt das Japanische Kreuzfahrtschiff Asuka 2 auf dem Weg nach New York. Es stammt von der Seite MarineTraffic.com, wo das Echtzeittracking von Schiffen verfügbar ist.





Vielleicht fragt ihr euch jetzt, weshalb es diese Anwendungen gibt. Ich würde sie mal in der Kategorie Infotainment einfügen. Ich weiss jetzt nämlich, welche Flieger mich zu Hause in der Schweiz aus dem Bett holen: die Edelweiss Air nach Kos Abflug 06:20 und die Air Berlin nach Düsseldorf Abflug 06:40. Zu fest reklamieren darf ich nicht, da ich die Maschine nach Düsseldorf auch schon mehrere Male benutzt habe.

Die Anwendung mit den Schiffen ist für mein zweites Zuhause in New York. Wenn alles richtig läuft findet ihr morgen ein Bild der Asuka 2 in meinem Flick Konto, denn die Kreuzfahrtschiffe auf dem Weg nach Manhattan passieren die manuell betriebene Fotofalle auf meinem Balkon.

Update 3 Juni 2010:
Hier ist das Bild aus der Fotofalle:
Asuka 2

Sonntag, Mai 30, 2010

Zurück in New York

Ich bin wieder zurück in New York, wo dieses Wochenende der Independence Day gefeiert wird und traditionsgemäß die Flottenwoche in New York stattfindet. Einmal mehr liegt das Amphibisches Angriffsschiff USS Ivo Jima am Pier 88 neben dem Flugzeugträger USS Intrepid, der zum Museum umgebaut ist.

Der kanadische Zerstörer HMCS Athabaskan ist heute morgen schon wieder ausgelaufen. Auf dem Weg den Hudson River runter begegnete er der bergwärtsfahrenden Norwegian Dawn.

Heavy traffic on the Hudson River

Bereits am Samstag wurde ich an die Flottenwoche erinnert. Ich hörte ein seltsames Geräusch in der Luft, wie ein Helikopter aber extrem laut, was sich dann als Osprey herausstellte.
Bell-Boeing V-22 Osprey

Diese Dinge sind halb Flugzeug, halb Helikopter weil sich die Flügel mit den Turbinen drehen lassen. Nach einigen Abstürzen scheint sich das System zu bewähren, denn die Osprey ist deutlich schneller als ein Helikopter, kann aber trotzdem vertikal landen und starten. Wenn ich die Videos bei Youtube anschaue, habe ich das Gefühl, dass die Piloten mit dem neuen Fluggerät noch nicht wirklich vertraut sind.

Sonntag, Mai 23, 2010

Weshalb heisst Newark Airport EWR ?

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Alle Flughäfen haben eine IATA Bezeichnung mit drei Buchstaben, die sich in den meisten Fällen einfach mit dem Namen der Stadt oder des Flughafens in Verbindung bringen lassen. Der Newark Liberty International Airport in der Nähe von New York City hat aber die seltsame Bezeichnung EWR. Das kommt daher, dass sich die US Navy alle IATA Codes, die mit N beginnen, gesichert hat. NEWaRk benutzt deshalb statt dem ersten Buchstaben, den zweiten für seine Abkürzung, was zu EWR führt.


Es gibt noch weitere interessante Dinge rund um die IATA Codes:
  • Mit dem Code NYC können in den Reservierungssystemen alle Flüge in den Grossraum New York gefunden werden können, das heisst nach JFK, EWR oder LGA. Das selbe funktioniert für London mit LON.

  • LAX (Los Angeles International Airport) heisst so, weil die ersten IATA Codes entstanden, indem an die bestehende Bezeichnung der Wetterstation LA ein X angehängt wurde.

  • Mehr Info zu IATA Codes gibt es im Beitrag Airport ABCs: An Explanation of Airport Identifier Codes von Dave English.

Samstag, Mai 15, 2010

1994: Antonow An-124 landet in Zürich Kloten



The Russian transport aircraft Antonov An-124 brought two locomotive body shells to Zurich airport in the year 1994. The body shells were produced in Australia and have been fitted with electrical equipment in the former ABB workshop in Zurich to become WAP-5 locomotives for Indian Railways.

Das russische Transportflugzeug Antonov An-124 bringt zwei Lokomotivkasten nach Zürich ca. 1994. Die Lokkasten wurden in Australien gebaut und in Zürich Oerlikon von ABB mit der elektrischen Ausrüstung versehen und als IR WAP-5 an die indische Eisenbahn abgeliefert.

Dienstag, Mai 11, 2010

An-124 über Moskau

Zum 9. Mai, dem Tag des Sieges, veranstaltete Moskau wie zu alten Zeiten eine grosse Militärparade. Hier die Antonow An-124 während der Parade der Flugwaffe. Die Antonow kann bis zu 120 t Nutzlast transportieren und gilt als eines der grössten Transportflugzeuge.

Donnerstag, März 11, 2010

FedEx Grounded

FedEx macht heute eine Pause. Schwere Stürme haben letzte Nacht den Hauptknoten in Memphis TN lahmgelegt. So sieht es dort aus, wenn besseres Wetter ist:

Montag, März 01, 2010

Der betrunkene Pilot



Solche Beiträge werden an Flugshows oft geboten, aber in dieser Perfektion habe ich das noch nie gesehen. Bis zum Schluss schauen!

Sonntag, Januar 10, 2010

Lufthansa Online Check-In aus der Schweiz - ein Alptraum

Ich habe versucht mein Flug mit dem Amadeus Code auf der Lufthansa Seite einzuchecken. Mit erstaunen stellte ich fest, dass da aber nur der zweite Teil meines Fluges zu finden war, aber nicht der Teil Zürich - Frankfurt. Was ist hier los?

Zaghaft rufe ich die Hotline an, die gemäß Internetseite schon geschlossen hat. Sie weis tatsächlich die Lösung:

Lufthansa-Flüge ab der Schweiz lassen sich nur über die Swiss-Seite(!) online einchecken und zwar muss die erweiterte Option gewählt werden, wo die E-Ticket-Nummer angegeben werden kann.

Erst jetzt, wo ich diese Zeilen lese, sehe ich das auf der Lufthansa-Seite ein Hinweis steht:



Fazit:
  1. Es muss in der heutigen Internetwelt extrem schwierig sein, dass den Hinweis auf der Lufthansa-Seite so angebracht ist, dass auch ich ihn sehe. Immerhin habe ich die Schweizer Seite von Lufthansa für das Online Check-In gewählt, wo es durchaus vorkommen könnte das jemand versucht für einen Flug ab einem Schweizer Flughafen einzuchecken.

  2. Es muss in der heutigen Internetwelt extrem schwierig sein, dass alle Lufthansa-Flüge auf der gleichen Seite eingecheckt werden.

  3. Mit hat mal die Lufthansa-Tante am Schalter in Madrid erklärt, dass Swiss und Lufthansa zusammen sind, aber nicht durcheinander. Ich glaube dieses Statement hat sich mit dem hier endgültig als falsch erwiesen.

  4. Die Usability des Lufthansa-Online-Angebotes ist auf der Strecke geblieben.

Mittwoch, Dezember 16, 2009

Boeing 787 fliegt !

Die Boeing 787 hat mit zwei Jahren Verspätung zum Probeflug abgehoben. Neu an dem Flugzeug ist, dass es etwa zur Hälfte aus kohlenstofffaserverstärkten Kunststoffen besteht, was Gewichtsersparnis und Treibstoffersparnis bringen soll. Ebenfalls neu ist die Klimaanlage, die ohne Zapfluft des Triebwerkes auskommt. Dadurch soll es im Flugzeug nicht mehr so trocken sein, ist auch nicht mehr nötig, das der Kunststoff weniger korrosionsgefährdet ist. Es sind bereits 865 Flugzeuge bestellt. Siehe die Liste in Wikipedia.

Die Aktivitäten von Boeing werden vom Hamburger Abendblatt genau unter die Luppe genommen. Schließlich befindet sich in Hamburg Finkenwerder der grösste Airbus-Standort Deutschlands. Airbus entwickelt die A350 XWB, welche ebenfalls einen Rumpf aus Kohlenfaserverbundwerkstoffen haben wird. Der Erstflug ist für 2012 geplant. Bis jetzt sind bereits über 500 Flugzeuge bestellt.

Am 11. Dezember hob der Militärtransporter A400M ebenfalls zum Erstflug ab. Diese Turbopropmaschine wird die Transall und die Hercules der Luftwaffen ersetzen und ist wegen Verzögerungen und Kostenüberschreitungen in den Schlagzeilen gewesen.